Statistik Regenwald-Abholzung – Zahlen, Ursachen & Trends
Globale Zahlen zur Regenwald-Abholzung
Die Abholzung von Regenwäldern ist eines der drängendsten Umweltprobleme weltweit – mit gravierenden Folgen für Klima, Artenvielfalt und lokale Lebensräume.
- Seit 1990 wurden global rund 489 Millionen Hektar Waldfläche zerstört, etwa 88 % davon in den Tropen. Das entspricht einer Fläche größer als Südamerika. (renewableai.org)
- Zwischen 2015 und 2025 gingen durchschnittlich etwa 10,9 Millionen Hektar Wald pro Jahr verloren. Dies ist zwar ein Rückgang gegenüber früheren Jahrzehnten, bleibt aber auf einem hohen Niveau. (renewableai.org)
Jüngste Entwicklungen (2024 – 2025)
- Laut aktuellen Satellitendaten verloren tropische Wälder im Jahr 2024 rund 6,7 Millionen Hektar – so viel wie 18 Fussballfelder pro Minute. Dies war eine starke Zunahme im Vergleich zu 2023 und der höchste Verlust in vielen Jahren. (news.mongabay.com)
- Diese große Waldvernichtung wurde zum ersten Mal vor allem durch Feuer verursacht, was angesichts der globalen Erwärmung und extremer Trockenperioden besonders alarmierend ist. (news.mongabay.com)
Regionale Unterschiede
Amazonas (Südamerika)
- Der Amazonas-Regenwald in Brasilien ist weiterhin ein zentraler Brennpunkt: Von August 2024 bis Juli 2025 wurden rund 5 796 Quadratkilometer Regenwald abgeholzt, eine Fläche etwa doppelt so groß wie das Saarland. (n-tv)
- Dies war trotz eines leichten Rückgangs gegenüber dem Vorjahr der niedrigste Wert seit 2014 – zeigt aber zugleich, wie groß die Fläche weiterhin ist, die jährlich verschwindet. (n-tv)
Weitere Regionen
- Südamerika insgesamt trägt den größten Anteil der globalen Abholzung, obwohl die jährlichen Verluste dort seit den 1990er Jahren halbiert wurden. (renewableai.org)
- In Asien sind die Verluste ebenfalls rückläufig, aber immer noch erheblich. (renewableai.org)
- In Afrika und anderen Regionen hängen Verlustraten stark von lokalen politischen und wirtschaftlichen Faktoren ab.
Warum verschwindet der Regenwald?
Die Ursachen sind komplex, aber die wichtigsten sind:
Landwirtschaft & Tierhaltung
- Große Flächen werden gerodet, um Weideflächen für Rinder, Sojaanbau oder Palmölplantagen zu schaffen.
Brandrodung
- Gerade in trockenen Jahren werden Wälder bewusst abgebrannt, um Flächen schnell nutzbar zu machen – in 2024 löste Feuer erstmals den Holzeinschlag als führende Ursache ab. (news.mongabay.com)
Infrastruktur & Bergbau
- Straßenbau, Bergbau und andere Infrastrukturprojekte fördern die Fragmentierung und Zerstörung von Wäldern.
Klimawandel & ökologische Folgen
- Waldverlust setzt große Mengen CO₂ frei, da Bäume als Kohlenstoffspeicher fungieren.
- Regenwälder sind Hotspots der Biodiversität – ihr Verschwinden bedroht zahlreiche Arten und indigene Lebensweisen.
Langfristige Trends & globale Ziele
- Weltweit wurde 2021 von über 100 Staaten das Ziel formuliert, die Entwaldung bis 2030 zu stoppen und umzukehren – doch die bisherigen Trends zeigen, dass dieses Ziel weiter entfernt ist als erwartet. (renewableai.org)
- Zwar sind die jährlichen Verlustraten im Vergleich zu den 1990er Jahren niedriger, doch bleibt das Niveau zu hoch, um die Klimaziele zu erreichen.
Kernzahlen auf einen Blick
| Messgröße | Wert |
|---|---|
| Gesamtwaldverlust seit 1990 | ~489 Mio. ha (größtenteils Tropen) (renewableai.org) |
| Durchschnittlicher Verlust pro Jahr (2015–25) | ~10,9 Mio. ha (renewableai.org) |
| Tropischer Waldverlust 2024 | ~6,7 Mio. ha (news.mongabay.com) |
| Amazonas (2024/25) | ~5 796 km² (n-tv) |
Fazit
Die Abholzung von Regenwäldern bleibt ein globales Umweltproblem mit weitreichenden Konsequenzen für Klima, Artenvielfalt und Menschenrechte. Trotz lokaler Fortschritte und sinkender Verlustraten seit den 1990er Jahren verschwindet weltweit weiterhin Regenwald in alarmierendem Tempo – sowohl durch direkte menschliche Eingriffe als auch durch klimatisch verstärkte Feuer. Nachhaltige Schutzmaßnahmen und internationale Kooperation sind entscheidend, um die verbleibenden Wälder zu bewahren und die gesteckten Klimaziele zu erreichen.