Das Einfrieren von Lebensmitteln ist eine der besten Methoden, um Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und saisonale Köstlichkeiten haltbar zu machen. Doch wer einen Blick in typische Gefrierschränke wirft, sieht meist ein Meer aus Plastik: Gefrierbeutel, Klarsichtfolie und Kunststoffdosen dominieren das Bild.
Dabei ist es erstaunlich einfach, Lebensmittel sicher und hygienisch einzufrieren, ohne auf fossile Brennstoffe in Form von Plastik angewiesen zu sein. Hier ist dein umfassender Guide für das plastikfreie Einfrieren.
Warum plastikfrei einfrieren?
Plastik ist zwar praktisch, aber problematisch. Herkömmliche Gefrierbeutel sind Einwegprodukte, die nach kurzer Zeit im Müll landen. Zudem können bei extremen Temperaturen Weichmacher oder Mikroplastik in die Lebensmittel übergehen. Plastikfreies Einfrieren ist nicht nur nachhaltiger, sondern oft auch gesünder und – auf lange Sicht – günstiger.
1. Der Klassiker: Glasbehälter
Glas ist ideal zum Einfrieren, da es geschmacksneutral, hygienisch und unendlich oft wiederverwendbar ist. Viele Menschen haben jedoch Angst, dass das Glas im Eisfach platzt. Mit diesen Regeln verhinderst du das:
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Dehnungsraum lassen: Wasser dehnt sich aus, wenn es gefriert. Fülle Gläser (besonders bei Flüssigkeiten wie Suppen oder Saucen) nur zu etwa 75 % bis 80 %.
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Gerade Formen wählen: Nutze Gläser mit einer weiten Öffnung und geraden Wänden (z. B. Sturzgläser). Gläser, die oben schmaler werden (wie klassische Weck-Gläser), neigen eher zum Reißen, da sich der Druck nach oben nicht gleichmäßig verteilen kann.
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Deckel erst lose auflegen: Lege den Deckel beim Einfrieren zunächst nur locker auf das Glas. Erst wenn der Inhalt komplett durchgefroren ist, schraubst du ihn fest zu.
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Temperaturschocks vermeiden: Stelle niemals ein heißes Glas direkt in den Gefrierschrank und taue gefrorenes Glas niemals mit kochendem Wasser auf.
2. Edelstahlboxen: Robust und langlebig
Edelstahl ist der „High-End-Standard“ für das müllfreie Badezimmer und die Küche. Im Gegensatz zu Glas kann Edelstahl nicht zerbrechen.
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Vorteil: Metall leitet Kälte sehr schnell, wodurch Lebensmittel zügiger einfrieren. Das schont die Vitamine und die Zellstruktur der Nahrung.
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Anwendung: Es gibt spezielle Brotdosen oder Vorratsbehälter aus Edelstahl mit Silikondichtungen, die absolut luftdicht schließen. Achte auch hier darauf, bei flüssigen Inhalten etwas Platz nach oben zu lassen.
3. Stoffbeutel und Baumwolltücher
Trockene Lebensmittel wie Brot, Brötchen oder Gebäck benötigen keine luftdichte Barriere aus Glas oder Metall. Hier sind Stoffe die beste Wahl.
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Brot einfrieren: Wickle dein Brot in ein sauberes Baumwolltuch oder lege es direkt in einen Stoffbeutel. Das Brot bleibt so im Gefrierfach frisch. Wichtig ist hierbei, dass das Brot nicht zu lange gelagert wird (maximal 2–4 Wochen), da es sonst austrocknen kann (Gefrierbrand).
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Vorbereitung: Schneide das Brot am besten vorher in Scheiben. So kannst du genau die Menge entnehmen, die du gerade benötigst.
4. Wachstücher: Die Alternative zur Klarsichtfolie
Bienenwachstücher (oder die vegane Variante mit Pflanzenwachs) eignen sich hervorragend, um angeschnittenes Gemüse oder Käse einzufrieren.
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Funktionsweise: Das Tuch wird durch die Handwärme geschmeidig und schmiegt sich um das Lebensmittel. Im Gefrierfach wird das Wachs hart und bildet eine schützende Hülle.
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Hinweis: Wachstücher vertragen keine Hitze. Zum Auftauen solltest du das Tuch einfach kurz bei Zimmertemperatur liegen lassen, bis es wieder flexibel wird.
5. Direkt in der Schale: Obst und Gemüse „schockfrosten“
Damit Beeren oder klein geschnittenes Gemüse nicht zu einem großen Klumpen zusammenfrieren, hilft der Trick des Vorfrierens:
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Verteile die sauberen, trockenen Lebensmittel auf einem Tablett oder einem großen flachen Teller.
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Stelle das Tablett für 1–2 Stunden in den Gefrierschrank.
- Sobald die Stücke einzeln gefroren sind, füllst du sie in ein Glas oder einen Edelstahlbehälter um.So kannst du später einzelne Beeren oder Gemüsestücke entnehmen.
6. Upcycling: Papier und Pappe
Wer sagt, dass man immer etwas Neues kaufen muss?
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Mehltüten und Zuckerbeutel: Diese Papiertüten sind extrem stabil und eignen sich wunderbar, um Brot oder trockene Backwaren einzufrieren.
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Eierkartons: Du kannst kleine Mengen an Kräutern (in kleinen Portionen) oder sogar Beeren in sauberen Eierkartons einfrieren, sofern du sie bald verbrauchst.
Tipps gegen Gefrierbrand
Gefrierbrand entsteht, wenn Luft an die Lebensmittel gelangt und diese austrocknet. Bei Glas und Edelstahl ist das Risiko gering, solange der Deckel dicht schließt. Bei Stoffen oder Papier solltest du darauf achten, die Lebensmittel so eng wie möglich einzuwickeln und nicht über viele Monate hinweg zu lagern.
Fazit: Plastikfrei ist keine Hexerei
Der Umstieg auf ein plastikfreies Eisfach erfolgt meist fließend. Fange damit an, alte Schraubgläser von Gurken oder Saucen zu sammeln und sie für deine Reste zu nutzen. Du wirst feststellen, dass dein Gefrierschrank nicht nur ordentlicher aussieht, sondern du auch ein besseres Gefühl dabei hast, deine Lebensmittel zu lagern.
War dieser Umfang passend für dich, oder möchtest du noch tiefer in ein spezielles Material (z. B. die Vor- und Nachteile von Edelstahl vs. Glas) eintauchen?