
Wie viel Strom produziert eine Photovoltaikanlage im Januar, im Juni oder über ein komplettes Jahr? Diese Frage ist für Hausbesitzer besonders interessant, wenn es um die Planung einer neuen PV-Anlage, einen Batteriespeicher oder den Eigenverbrauch geht.
Eine pauschale Zahl gibt es allerdings nicht. Der PV-Ertrag hängt unter anderem von der installierten Leistung, dem Standort, der Dachausrichtung, der Dachneigung, der Verschattung und dem Wetter ab. Für Deutschland nennt die Verbraucherzentrale als typischen jährlichen Stromertrag etwa 850 bis 1.000 kWh je kWp. (Verbraucherzentrale Bayern)
Für 2026 lässt sich deshalb mit realistischen Richtwerten arbeiten. Die tatsächlichen Werte können in einem einzelnen Jahr und an einem konkreten Standort deutlich abweichen.
PV-Ertrag Tabelle 2026: monatlich und täglich
Als praktische Orientierung kann man für eine gut geplante Photovoltaikanlage in Deutschland einen mittleren Jahresertrag von etwa 900 kWh/kWp ansetzen. Die folgende Tabelle verteilt diesen Jahresertrag entsprechend der typischen saisonalen Solarstrahlung.
| Monat 2026 | Anteil am Jahresertrag | Ertrag pro kWp | Durchschnitt pro Tag |
|---|---|---|---|
| Januar | 2,5 % | 22,5 kWh | 0,73 kWh |
| Februar | 4,0 % | 36 kWh | 1,29 kWh |
| März | 7,5 % | 67,5 kWh | 2,18 kWh |
| April | 10,5 % | 94,5 kWh | 3,15 kWh |
| Mai | 12,5 % | 112,5 kWh | 3,63 kWh |
| Juni | 13,5 % | 121,5 kWh | 4,05 kWh |
| Juli | 13,5 % | 121,5 kWh | 3,92 kWh |
| August | 12,0 % | 108 kWh | 3,48 kWh |
| September | 9,5 % | 85,5 kWh | 2,85 kWh |
| Oktober | 7,0 % | 63 kWh | 2,03 kWh |
| November | 4,0 % | 36 kWh | 1,20 kWh |
| Dezember | 2,0 % | 18 kWh | 0,58 kWh |
| Jahr | 100 % | 900 kWh | 2,47 kWh |
Wichtig: Diese Tabelle ist ein Rechenbeispiel für einen angenommenen Jahresertrag von 900 kWh/kWp. Sie stellt keine Wetterprognose für die einzelnen Monate 2026 dar. Tatsächliche Monatswerte können erheblich abweichen.
Die Verbraucherzentrale weist ebenfalls darauf hin, dass sich der PV-Ertrag mit Sonneneinstrahlung und Jahreszeiten verändert und zusätzlich beispielsweise Verschattung, Verschmutzung sowie Wirkungsgrade von Modulen und Wechselrichter eine Rolle spielen. (Verbraucherzentrale)
Was bedeutet kWp beim PV-Ertrag?
kWp steht für Kilowatt-Peak und bezeichnet die Nennleistung einer Photovoltaikanlage unter standardisierten Testbedingungen.
Einfach gesagt:
Je größer die installierte Leistung in kWp, desto mehr Solarstrom kann eine Anlage grundsätzlich erzeugen.
Für einen Vergleich verschiedener Anlagen wird häufig der spezifische Ertrag in kWh/kWp verwendet. Fraunhofer ISE definiert den spezifischen Ertrag als den Stromertrag einer PV-Anlage bezogen auf ihre Leistung. Der spezifische Jahresertrag entspricht dabei den Vollaststunden. (Fraunhofer ISE)
PV-Ertrag Tabelle für verschiedene Anlagengrößen
Mit einem angenommenen spezifischen Jahresertrag von 900 kWh/kWp ergibt sich folgende Übersicht:
| PV-Anlage | Jahresertrag bei 900 kWh/kWp | Monatsdurchschnitt |
|---|---|---|
| 3 kWp | 2.700 kWh | 225 kWh |
| 5 kWp | 4.500 kWh | 375 kWh |
| 6 kWp | 5.400 kWh | 450 kWh |
| 8 kWp | 7.200 kWh | 600 kWh |
| 10 kWp | 9.000 kWh | 750 kWh |
| 12 kWp | 10.800 kWh | 900 kWh |
| 15 kWp | 13.500 kWh | 1.125 kWh |
| 20 kWp | 18.000 kWh | 1.500 kWh |
Der Monatsdurchschnitt ist allerdings nur ein rechnerischer Durchschnitt. In der Praxis produziert eine Anlage im Sommer ein Vielfaches der Winterproduktion.
Beispiel: PV-Ertrag einer 10-kWp-Anlage
Eine 10-kWp-Anlage eignet sich gut, um die Unterschiede zwischen den Jahreszeiten zu verdeutlichen.
Bei einem angenommenen Jahresertrag von 900 kWh/kWp würde sie ungefähr 9.000 kWh Solarstrom pro Jahr erzeugen.
Überträgt man die oben genannten Monatsanteile auf diese Anlage, ergibt sich:
| Monat | PV-Ertrag 10 kWp |
|---|---|
| Januar | ca. 225 kWh |
| Februar | ca. 360 kWh |
| März | ca. 675 kWh |
| April | ca. 945 kWh |
| Mai | ca. 1.125 kWh |
| Juni | ca. 1.350 kWh |
| Juli | ca. 1.350 kWh |
| August | ca. 1.200 kWh |
| September | ca. 950 kWh |
| Oktober | ca. 700 kWh |
| November | ca. 400 kWh |
| Dezember | ca. 180 kWh |
| Gesamt | 9.000 kWh |
Auch diese Werte sind Richtwerte und keine Garantie für eine konkrete Anlage.
Warum ist der PV-Ertrag im Winter so niedrig?
Der Unterschied zwischen Sommer und Winter ist bei Photovoltaik besonders groß.
Im Winter steht die Sonne niedriger. Gleichzeitig sind die Tage kürzer und die Anzahl der Sonnenstunden ist geringer. Bewölkung und Nebel können den Ertrag zusätzlich reduzieren.
Im Sommer sind die Bedingungen deutlich günstiger. Die Tage sind länger und die Sonne steht höher.
Deshalb kann eine PV-Anlage beispielsweise im Juni oder Juli an einem einzigen Tag mehr Strom erzeugen als an mehreren schwachen Wintertagen zusammen.
PV-Ertrag pro Tag: Warum Durchschnittswerte irreführend sein können
Bei einer Angabe wie „4 kWh/kWp pro Tag“ handelt es sich lediglich um einen Durchschnittswert.
An einem sonnigen Sommertag kann eine Anlage deutlich mehr produzieren. An einem trüben Dezembertag kann der Ertrag dagegen sehr niedrig sein.
Beispiel für eine 10-kWp-Anlage:
- sonniger Sommertag: möglicherweise 50 bis 70 kWh
- wechselhafter Frühlingstag: beispielsweise 20 bis 40 kWh
- bewölkter Wintertag: teilweise nur wenige kWh
Die tatsächlichen Werte hängen stark von Standort und Wetter ab.
PV-Ertrag Deutschland: Nord oder Süd?
Der Standort ist ein wichtiger Faktor.
Eine PV-Anlage in Süddeutschland kann unter vergleichbaren Bedingungen einen höheren Jahresertrag erreichen als eine Anlage im Norden. Gleichzeitig sind Unterschiede zwischen einzelnen Dachflächen oft wichtiger als die reine Entfernung zwischen Nord und Süd.
Entscheidend sind insbesondere:
- Ausrichtung
- Dachneigung
- Verschattung
- Standort
- Modultyp
- Wechselrichter
- Temperatur
- Verschmutzung
- Leitungs- und Umwandlungsverluste
Die Verbraucherzentrale weist deshalb darauf hin, dass nicht nur klassische Süddächer für Photovoltaik geeignet sind. Auch unverschattete Dachflächen von Ost bis West können sinnvoll sein. (Verbraucherzentrale)
Süd, Ost und West: Welche Ausrichtung bringt den höchsten Ertrag?
Ein nach Süden ausgerichtetes Dach liefert unter ansonsten gleichen Bedingungen häufig einen hohen Jahresertrag.
Eine Ost-West-Anlage kann dagegen einen anderen Vorteil bieten: Die Stromproduktion verteilt sich stärker über den Tagesverlauf.
Das kann für Haushalte interessant sein, die einen möglichst großen Teil ihres Solarstroms direkt selbst verbrauchen möchten.
Ein typischer Tagesverlauf einer Ost-West-Anlage unterscheidet sich deshalb von einer klassischen Südanlage.
PV-Ertrag und Eigenverbrauch sind zwei verschiedene Dinge
Ein häufiger Denkfehler besteht darin, den erzeugten Solarstrom mit dem selbst genutzten Solarstrom gleichzusetzen.
Beispiel:
Eine 10-kWp-Anlage erzeugt im Jahr 9.000 kWh.
Der Haushalt verbraucht aber möglicherweise nur 4.000 kWh direkt während der Solarstromproduktion. Ein Teil des überschüssigen Stroms wird dann eingespeist.
Der PV-Ertrag beschreibt also die gesamte Stromproduktion.
Der Eigenverbrauch beschreibt dagegen den Anteil des Solarstroms, den der Betreiber selbst nutzt.
Batteriespeicher können den Eigenverbrauch erhöhen
Ein Batteriespeicher kann überschüssigen Solarstrom aus den Mittagsstunden aufnehmen und später wieder abgeben.
Das ist beispielsweise sinnvoll, wenn tagsüber niemand zu Hause ist und der Stromverbrauch hauptsächlich am Abend stattfindet.
Die Verbraucherzentrale nennt für PV-Anlagen mit Batteriespeicher einen möglichen Eigenverbrauchsanteil von etwa 50 bis 60 Prozent; mit zusätzlicher Nutzung einer Wallbox kann der Anteil auch höher ausfallen. (Verbraucherzentrale)
Der Speicher erhöht allerdings nicht den ursprünglichen PV-Ertrag. Er verändert vielmehr, wann der erzeugte Strom genutzt wird.
Wie viel Strom erzeugt 1 kWp Photovoltaik?
Für Deutschland kann man als grobe Orientierung mit etwa 850 bis 1.000 kWh pro kWp und Jahr rechnen. (Verbraucherzentrale Bayern)
Daraus ergibt sich:
| Anlagenleistung | Typischer Jahresertrag |
|---|---|
| 1 kWp | 850–1.000 kWh |
| 3 kWp | 2.550–3.000 kWh |
| 5 kWp | 4.250–5.000 kWh |
| 8 kWp | 6.800–8.000 kWh |
| 10 kWp | 8.500–10.000 kWh |
| 12 kWp | 10.200–12.000 kWh |
| 15 kWp | 12.750–15.000 kWh |
| 20 kWp | 17.000–20.000 kWh |
Diese Bandbreite ist für eine erste Orientierung nützlich. Für eine konkrete Anlage sollte jedoch eine standortbezogene Ertragsberechnung verwendet werden.
Was kann den PV-Ertrag deutlich reduzieren?
Ein rechnerischer Jahresertrag von 900 kWh/kWp ist keine Garantie.
Besonders problematisch können Verschattungen sein. Bereits teilweise verschattete Module können den Ertrag der betroffenen Modulbereiche reduzieren. Auch Bäume, Nachbargebäude, Gauben, Schornsteine oder andere Dachaufbauten sollten bei der Planung berücksichtigt werden.
Weitere mögliche Faktoren sind:
- ungünstige Dachausrichtung
- sehr steile oder sehr flache Dachneigung
- Verschmutzung
- Schnee
- hohe Modultemperaturen
- Wechselrichterverluste
- Leitungsverluste
- technische Ausfälle
Fraunhofer ISE weist darauf hin, dass die reale Betriebsleistung einer PV-Anlage deutlich von den standardisierten Laborbedingungen abweicht. (Fraunhofer ISE)
PV-Ertrag 2026 mit einer einfachen Formel berechnen
Eine einfache Überschlagsrechnung lautet:
PV-Ertrag pro Jahr = Anlagenleistung in kWp × spezifischer Jahresertrag in kWh/kWp
Beispiel:
10 kWp × 900 kWh/kWp = 9.000 kWh pro Jahr
Für eine 12-kWp-Anlage:
12 kWp × 900 kWh/kWp = 10.800 kWh pro Jahr
Die Berechnung ist nur eine erste Orientierung. Für eine belastbare Planung sind standortbezogene Einstrahlungsdaten und die konkreten Eigenschaften des Daches erforderlich.
PV-Ertrag Tabelle 2026: Die wichtigsten Richtwerte
Wer lediglich nach einer schnellen Übersicht sucht, kann sich an folgenden Größenordnungen orientieren:
| Zeitraum | Richtwert je kWp |
|---|---|
| Tag im Winter | etwa 0,5–1,5 kWh |
| Tag im Frühjahr | etwa 2–4 kWh |
| Tag im Sommer | etwa 3–5 kWh |
| Tag im Herbst | etwa 1,5–3 kWh |
| Januar | etwa 20–30 kWh |
| April | etwa 90–110 kWh |
| Juni | etwa 120–140 kWh |
| Juli | etwa 120–140 kWh |
| Oktober | etwa 55–75 kWh |
| Dezember | etwa 15–25 kWh |
| Jahr | etwa 850–1.000 kWh |
Dabei handelt es sich um grobe Orientierungswerte für Deutschland. Die monatliche Verteilung kann je nach Region und Wetterjahr erheblich schwanken.
Aktuelle Entwicklungen 2026
Photovoltaik bleibt auch 2026 ein wichtiger Bestandteil des deutschen Energiesystems. Fraunhofer ISE veröffentlicht 2026 eine aktualisierte Zusammenstellung zur Photovoltaik in Deutschland, die unter anderem Ausbau, Kosten, Speicher, Netzintegration und die Rolle von Dachanlagen behandelt. (Fraunhofer ISE)
Nach Angaben des Fraunhofer ISE stellen kleine PV-Dachanlagen bis 30 kWp inzwischen mehr als ein Drittel der installierten PV-Leistung in Deutschland. (Fraunhofer ISE)
Für Hausbesitzer wird damit nicht nur die Frage nach dem maximalen Jahresertrag interessant. Ebenso wichtig ist, zu welchen Tageszeiten der Strom produziert wird und wie viel davon direkt im Haushalt genutzt werden kann.
Fazit
Eine allgemeingültige PV-Ertrag Tabelle für täglich, monatlich und jährlich 2026 kann nur als Richtwert verstanden werden. Für Deutschland sind bei guten Bedingungen etwa 850 bis 1.000 kWh pro kWp und Jahr eine sinnvolle Größenordnung. (Verbraucherzentrale Bayern)
Die saisonalen Unterschiede sind erheblich: Während im Juni und Juli große Mengen Solarstrom produziert werden können, fällt der Ertrag im November, Dezember und Januar deutlich niedriger aus.
Für eine 10-kWp-Anlage sind unter der Annahme von 900 kWh/kWp beispielsweise rund 9.000 kWh Jahresertrag möglich. Wie viel davon tatsächlich im eigenen Haushalt genutzt werden kann, hängt wiederum von Verbrauchsprofil, Batteriespeicher, Wärmepumpe, E-Auto und Energiemanagement ab.
Wer seine eigene Anlage möglichst genau beurteilen möchte, sollte deshalb nicht nur den Jahreswert betrachten, sondern Tages-, Monats- und Jahresertrag gemeinsam analysieren.
Quellen und weiterführende Informationen
- Fraunhofer ISE – Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland 2026
- Verbraucherzentrale – Photovoltaik: Was bei der Planung wichtig ist
- Verbraucherzentrale – Photovoltaik: Anschaffungskosten und Ertrag
- Fraunhofer ISE – Definition des spezifischen PV-Ertrags
- Fraunhofer ISE – Photovoltaik vom Dach: aktuelle Entwicklungen 2026