Viskose, auch Rayon genannt, ist eine weit verbreitete halbsynthetische Faser, die aus Holzzellstoff hergestellt wird. Sie fühlt sich weich an, fällt schön und wird oft als umweltfreundlichere Alternative zu Polyester oder Baumwolle beworben. Doch wie nachhaltig ist Viskose wirklich?
Herstellung von Viskose
- Rohstoff Holz
Viskose wird aus Zellulose gewonnen, die hauptsächlich aus Holz oder Bambus stammt. - Chemische Verarbeitung
Zellulose wird in chemischen Bädern (z. B. Natronlauge und Schwefelkohlenstoff) aufgelöst, zu Fasern geformt und anschließend zu Stoffen verarbeitet.
Nachhaltigkeits-Probleme
- Holzherkunft: Wird Holz aus nicht nachhaltiger Forstwirtschaft verwendet, trägt die Viskoseproduktion zur Abholzung von Wäldern bei.
- Chemikalien: Bei der klassischen Herstellung können giftige Abwässer entstehen, die Böden, Flüsse und Menschen belasten, wenn sie nicht sauber aufbereitet werden.
- Hoher Wasser- und Energieverbrauch: Die Produktion ist energieintensiv und verbraucht große Mengen Wasser.
Nachhaltige Alternativen
- Lyocell / Tencel®: Eine moderne Variante der Viskose, die in einem geschlossenen Kreislaufverfahren produziert wird, reduziert Chemikalien und Abwasser stark.
- FSC- oder PEFC-zertifiziertes Holz: Achte auf Zertifikate, die nachhaltige Forstwirtschaft garantieren.
- Blends: Viskose gemischt mit Bio-Baumwolle oder recycelten Fasern kann die Umweltbelastung verringern.
Fazit
Viskose ist nicht per se nachhaltig. Sie kann jedoch unter bestimmten Bedingungen, z. B. als Lyocell oder aus zertifizierten Holzquellen, umweltfreundlicher produziert werden. Wer auf Nachhaltigkeit achten möchte, sollte also genau auf Herstellungsprozess, Zertifikate und Recyclingmöglichkeiten achten.