Mallorca ist eine der beliebtesten Urlaubsinseln Europas – aber sie ist auch eine Region mit begrenzten Wasserressourcen, die starkem Druck ausgesetzt sind. Die Statistik zeigt klar: Der Wasserverbrauch steigt, gleichzeitig sinken die natürlichen Vorräte.
Aktuelle Zahlen & Trends
- Steigender Wasserverbrauch: Laut dem Nachhaltigkeitsbericht des Mallorca Observatory ist der Wasserverbrauch im Jahr 2024 um etwa 5,5 % gestiegen, obwohl die Wasservorräte (Grundwasser und Reservoirs) über viele Sommermonate unter 50 % ihrer Kapazität gefallen sind. Dies ist ein deutliches Warnsignal für die Versorgungssituation auf der Insel. (Humans of Mallorca)
- Reservoirs auf niedrigem Niveau: Die Wasserspeicher der Balearen, zu denen Mallorca gehört, lagen Anfang 2025 bei etwa 51 % – das sind mehrere Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. (Mallorca Global Mag)
- Wasserverluste und Netzprobleme: In einzelnen Gemeinden gehen durch veraltete Leitungen große Mengen verloren – teils über 50 % des bereitgestellten Wassers. (Majorca Daily Bulletin)
- Evaporation großer Reservoirs: Studien zeigen, dass die beiden wichtigsten Stauseen, Cúber und Gorg Blau, jährlich etwa 10 % ihrer Kapazität durch Verdunstung verlieren – allein die Menge entspricht hunderten olympischer Schwimmbecken. (Cadena SER)
Wer verbraucht wie viel Wasser?
- Einwohner vs. Tourismus: Studien zeigen, dass der Tourismus einen überproportional hohen Wasserverbrauch verursacht. Während Haushalte einen großen Teil des Verbrauchs stellen, verbrauchen Urlauber deutlich mehr Wasser pro Tag als Einheimische – teilweise mehr als das Doppelte. (Es Pla Education Centre)
- Konkrete Mengen (ältere Studie): Vor der Pandemie nutzte der Tourismus etwa 33 Mio. m³ Wasser jährlich – ein Viertel des gesamten Verbrauchs auf den Balearen. (Mallorca Zeitung)
- Pool-, Garten- und Golfnutzung: Mallorca hat mehr Pools pro Kopf als der spanische Festlanddurchschnitt, was durch Verdunstung zusätzliche Wassermengen bindet. (Majorca Daily Bulletin)
Sektoraler Verbrauch
Mallorcas Wasser wird in unterschiedlichen Bereichen verbraucht:
- Haushalte und Touristen (Trinkwasser, Duschen, Pools)
- Landwirtschaft: Trotz geringerem Anteil an der Wirtschaftsleistung nimmt die Landwirtschaft einen bedeutenden Anteil des Wasserverbrauchs ein (alte Schätzungen sprechen von einem hohen prozentualen Anteil, je nach Berechnungsmethode) (Es Pla Education Centre)
- Netzverluste und Infrastrukturprobleme verstärken den Bedarf künstlich, weil mehr Wasser nachgefüllt werden muss.
Herausforderungen & Konsequenzen
Dürre & Wasserknappheit
Mallorca ist zunehmend von Dürreperioden betroffen, die Reserven schrumpfen. Das führt zu:
- Wasserbeschränkungen (z.B. Limits am täglichen Verbrauch),
- gelegentlichen Wasserrationierungen in Gemeinden,
- wachsendem Bedarf an Wasserlieferungen per LKW in besonders betroffenen Regionen. (blue News)
Möglichkeiten zur Besserung
Um die Versorgung zu sichern, werden diskutiert und teilweise umgesetzt:
- Ausbau von Entsalzungsanlagen zur Ergänzung der natürlichen Ressourcen. (Majorca Daily Bulletin)
- Modernisierung der Infrastruktur (Reduktion von Lecks im Leitungsnetz),
- Förderung von Recycling und Wiederverwendung von Abwasser für Bewässerung und industrielle Zwecke.
- Bewusstseinsbildung und verbrauchseffiziente Maßnahmen bei Bewohnern und Touristen.
Fazit
Mallorca steht vor einer Wasserkonflikt-Situation:
- Wasserbedarf steigt, vor allem durch Tourismus und wachsende Bevölkerung. (Humans of Mallorca)
- Natürliche Wasserquellen und Reserven sind limitiert und teilweise übernutzt. (Mallorca Global Mag)
- Klimawandel, Dürreperioden und Infrastrukturprobleme verschärfen die Lage weiter.
Um Mallorca langfristig nachhaltig zu machen, sind effiziente Maßnahmen, innovative Technologien und mehr Verbrauchsbewusstsein notwendig – sowohl bei den Bewohnern als auch bei Millionen von Besuchern, die jährlich auf die Insel strömen.